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Der „Verkehrsverein Gladbeck e.V.“ wurde am 04. April 1913 gegründet, ist also über 100 Jahre alt. Seit den Anfängen hat er sich auf die Fahnen geschrieben, die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt zu fördern, das Stadtbild zu pflegen und das Heimatbewusstsein in der Bürgerschaft zu beleben. Gemeinnützig und selbstlos. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Unser Online-Auftritt bietet Informationen über die Stadt Gladbeck, zu den unterschiedlichen Aktivitäten des Verkehrsvereins und anderes Wissenswertes. Viel Spaß beim Blättern und Lesen.

 

Bildhauerin Emilia Neumann ausgezeichnet und der Preis fürs Innovative geht an Matthias Leeck

Der Wilhelm-Zimolong-Preis 2016 geht an Neumann (30), Bildhauerin aus Frankfurt. Für ihre farbenfrohen Skulpturen aus Gips wurde ihr vom Verkehrsverein Gladbeck in der Alten Spedition der mit 3000 1€ dotierte Förderpreis verliehen, der damit zum 12. Mal vergeben wurde. Der Zimolongpreis ist fraglos ein Stück Imagepflege und deshalb vergibt die Stadt selbst einen weiteren Preis für besonders innovative Kunst, dotiert mit 1500 Euro. Preisträger ist diesmal Matthias Leeck (28), ebenfalls ein Bildhauer, der digitale Fotografie und Druckkunst in seinen Reliefarbeiten vereint. „Künstlerische Forschung“, nennt er seine Arbeitsweise.

Bürgermeister Ulrich Roland bezeichnete die Preisverleihung als Glück für Gladbeck, das so weiterhin für sich werben könne als eine Stadt, die auch in der Welt der Kunst einen Namen hat. Der Wettbewerb sei ein gutes Beispiel dafür, dass diese Welt der Kunst vielfältig und bunt ist, schwarz-weißes Denken dort aufhört, wo sie beginnt. Sie beschreibe die kreative Kraft und Vielfalt, die auch in Gladbeck mit viel Einsatz engagiert betrieben und gelebt werde. Nur alle drei Jahre erhält ein Künstler diese Auszeichnung, zum zweiten Mal erfolgte die Vergabe durch den Verkehrsverein. Er hatte vor fünf Jahren, als die Zimolong-Gesellschaft sich auflöste, die Aufgabe übernommen und damit die Fortsetzung dieses für junge Künstler wichtigen Preises sicher gestellt.

Die siebenköpfige Jury, bestehend aus den Künstlern Christian Paulsen, Reinhard Wieczorek und Karoline Dumpe, Georg Elben vom Marler Skulpturenmuseum, Gladbecks Kulturdezernentin Nina Frense, Andreas Willmes vom Verkehrsverein und Sigrid Zimolong, der Witwe des Künstlers, hatten neun Bewerber für die Endrunde ausgewählt: Matthias Leeck aus Düsseldorf, der Fotos aufwändig in ein Relief überträgt. Steffen Kern zeichnet Momente mit dem Kohlestift, die wie verwischte Schwarz-Weiß-Fotografien wirken. Lena Ader thematisiert menschliche Verletzlichkeit in einer kleinen Serie ‚Unversehrt‘. Emilia Neumann gestaltet mit Gips obskure Skulpturen und verpasst ihnen faszinierend-bunte Oberflächen. Der Berliner Aaron Rahe kommt frech, bunt und provokant daher. Helena Biermann präsentiert Landschaften, zu denen man sich den Himmel oder das Wasser dazu denken muss. Jessica Grundler malt gegenständlich, vermittelt aber Botschaften mit Tiefgang. Benjamin Burkard, der vor drei Jahren schon einmal dabei war, bringt Technik und Mensch in einen abstrakten Zusammenhang.

Schließlich schaffte es auch noch ein junger Gladbecker in die Endrunde der besten Neun: Manuel Sobottka mit seinen intensiven und ausdrucksstarken Motiven. Er ist mit erst 20 Jahren der jüngste unter diesen Künstlern und zeigt Porträts. Für den ehemaligen Schüler des Heisenberg-Gymnasiums, der im Kunst-Leistungskurs bei Lehrer Lippok vom Riesener-Gymnasium die Welt der Kunst für sich entdeckt hat, ist das nach eigener Einschätzung ein „Riesenschritt“.

Wir haben sehr kontrovers diskutiert“, erklärte gegenüber der Presse Karoline Dumpe, die die Preisvergabe im Auftrag des Verkehrsvereins wieder organisiert hat. Ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, wer von den gut 30 Bewerbern es in die Endauswahl schafft: die erkennbar eigene Idee, die erzählte Geschichte im Bild oder der Skulptur. Dumpe: ◊Gute Künstler können mit ihrem Kunstwerk eine Botschaft transportieren.“ Kunst schaffe Freiräume zum Denken, ein Kunstpreis ermögliche dies in gleicher Weise.

Denn von der Kunst zu leben – auch eine Kunst. Das Einkommen variiert von Monat zu Monat. ◊Das ist eine wahnsinnige Hilfe“, freute sich Preisträgerin Emilia Neumann. ◊Ich kann jetzt ein paar Monate lang frei denken und arbeiten, das ist einfach toll.“ Die Bildhauerin schloss vor drei Jahren ihr Kunststudium ab und arbeitet derzeit freiberuflich in Frankfurt im eigenen Atelier. Ihre Gipsskulpturen mit den bunten Oberflächen, Unebenheiten und Rissen wirken unfertig und passen übrigens gut zur Region. Das Ruhrgebiet sei wie ihre Werke voller Widersprüche, dazu ungemein inspirierend, so die Künstlerin.
    
Wie sie haben viele Kolleginnen und Kollegen gerade die Kunstakademie oder Uni abgeschlossen, machen erste Gehversuche auf dem schwierigen Markt der Kunstszene. ◊Ihnen Raum für ihre Kunst zu geben bietet ein gutes Erfahrungsfeld“, weiß Karoline Dumpe aus ihren eigenen Anfängen. Genau dazu sei der Zimolong-Preis, den der Verkehrsverein mit Unterstützung der Sparkasse Gladbeck und der Allianz-Kulturstiftung vergibt, gedacht und deshalb so wichtig. Das gelte ebenso für den Förderpreis der Stadt Gladbeck, mit dem besonders innovative Kunst gewürdigt wird. Ein Förderpreis könne am Beginn einer Karriere stehen, wie etwa bei der Fotografin Judith Samen, einer gebürtigen Gladbeckerin, oder dem Bildhauer Gereon Krebber, seit 2012 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Aktuell stellt er auf Zollverein aus. Preisträger 2013 waren übrigens Karolina Jarmolinska und Ute Schatzmüller.

Die Kunst für sich sprechen lassen
Reden und lobende Worte gehören nun einmal zu einer Preisverleihung oder der Eröffnung einer Ausstellung. Aber nicht nur: „Jetzt seid ‘mal still und lasst die Kunst für sich sprechen“, appellierte Karoline Dumpe. Es werde viel zu viel über Kunst geredet, den Betrachtern viel eingeredet. „Schauen Sie für sich selbst“, forderte die Künstlerin und Galeristin dazu auf, die Botschaft des künstlerischen Werks mit den eigenen Augen zu erfassen und Raum für das persönliche Empfinden zuzulassen. Am Wettbewerb teilnehmen konnten jede(r) professionell arbeitende Künstler/in bis zum 30. Lebensjahr, und er/sie muss in Deutschland oder in einer der Partnerstädte Gladbecks geboren, ansässig oder künstlerisch tätig sein. Zu den Partnerstädten zählen: Enfield (GB), Marcq-en-Baroeul (F), Alanya (TR), Schwechat (A), Wodzislaw (PL), Fushun (China). Es konnten Bilder, Fotos, Skulpturen oder Objekte eingereicht werden. Die Anzahl der Arbeiten wurde auf maximal zehn begrenzt. Sie dürfen nicht größer als zwei Quadratmeter und nicht älter als zwei Jahre sein.

Unter dem Titel „Junge Kunst im Ruhrgebiet“ waren die Werke aller neun Künstler, die es in die engere Wahl geschafft hatten, danach zwei Wochen lang in der Galerie ‚Alte Spedition‘ an der Ringeldorfer Straße zu sehen und zu kaufen. Pro Künstler standen etwa 6 bis 8 Meter weiße Wandfläche zur Verfügung. Erstmals wurden anlässlich der Preisverleihung auch einige Werke von Wilhelm Zimolong selbst in der Galerie  ausgestellt. Die kleine Auswahl belegt: Zimolong war ein vielseitiger Künstler, der sowohl gegenständlich als auch abstrakt malte, dazu bildhauerisch gearbeitet hat.

Rüdiger Behrendt, Vorsitzender des Verkehrsvereins, dankte allen Unterstützern des Wilhelm-Zimolong-Förderpreises. Stärkster Partner sei die Stadtsparkasse Gladbeck, aber auch die Stadt selbst greife nicht nur ◊in die Schatulle“, sondern leiste auch Hilfestellung durch Man-/Womenpower. Als weiterer Sponsor konnte in diesem Jahr über die Aktion KulturAllianzen die Allianz-Generalvertretung Korzmann und Teufers gewonnen werden. So wurde es möglich, allen neun Künstlern die Kosten für Anreise und Aufenthalt mit 200 Euro zu vergüten. ◊Künstler aus ganz Deutschland fragen jedes Jahr nach, wann sie sich bewerben können“, so Karoline Dumpe, bis zur Auflösung Vorsitzende der Zimolong-Gesellschaft und seitdem vom Verkehrsverein mit der Organisation der Preisvergabe betraut. Mit dem Zimolong-Preis und der dazugehörigen Ausstellung erfüllt der 1913 gegründete Verein einen in der Satzung vorgegebenen Zweck: Werbung für die Stadt zu machen und deshalb auch Ausstellungen zu veranstalten.

Wer mehr über Emilia Neumann und Matthias Leeck und ihre Kunst erfahren will, findet sie im Internet unter: 
www.emilianeumann.de und Matthias-Leeck.com.